Am Nullpunkt der Literatur. Literatur oder Geschichte. Kritik und Wahrheit

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  • Verlag: Suhrkamp
  • 26.07.2006
  • Buch
  • 203 Seiten
  • kartoniert
  • ISBN: 978-3-518-12471-0
Aus dem Französischen von Helmut Scheffel. Mit einem Vorwort von Helmut Scheffel zu »Kritik und Wahrheit«

Dieser Band versammelt die lange vergriffenen Einzelwerke Am Nullpunkt der Literatur, Literatur oder Geschichte und Kritik und Wahrheit aus der frühen Periode des Barthesschen Werkes und macht sie wieder zugänglich. Hier wird der zentrale Begriff der »écriture «, der »Schreibweise«, entfaltet, wird die klassisch gewordene Unterscheidung zwischen »écrivain« und »écrivant«, zwischen »Schriftsteller« und »Schreiber« getroffen; hier wird ein Umgang mit Literatur erprobt, der Begriffe und Möglichkeiten einer Kritik literarischer Texte aus dem Geist des Strukturalismus entfaltet. In ihrer stilistischen Brillanz, gedanklichen Tiefe und wissenschaftlichen Fundierung setzen Barthes’ Texte Maßstäbe, die auch heutiger Literaturkritik unvermindert wichtige Impulse geben können.
Roland Barthes wurde am 12. November 1915 in Cherbourg geboren und starb am 26. März 1980 in Paris an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Er verlor früh seinen Vater im Ersten Weltkrieg und zog 1924 mit seiner Mutter von Bayonne im Südwesten Frankreichs nach Paris, wo er eine schulische Ausbildung am Lycée Montaigne (1924-1930) und später am Lycée Louis-le-Grand (1930-1934) genoss. Nach dem Abitur studierte er ab 1934 an der Sorbonne Klassische Literatur und war als Liebhaber des Theaters Mitbegründer einer Studentengruppe für antikes Theater, das die klassischen Stücke jeweils in den Originalsprachen aufführte. Barthes vielversprechende akademische Laufbahn wurde häufig unterbrochen, da er bis 1947 wiederholt schwere Anfälle von Lungentuberkulose hatte, die letztlich dazu führten, dass ein Lungenflügel sich nicht mehr erholte. Seinen akademischen Abschluss machte er 1939 in Klassischer Literatur mit einer Abschlussarbeit zur griechischen Tragödie. In Essais critiques beschäftigt sich Barthes mit dem avantgardistischen Theater. Prägend für ihn waren unter anderem Brecht, Gide, Marx, de Saussure sowie Jacques Lacans. Zudem war Barthes ein musikbegeisterter Mensch, vor allem als Pianist und Komponist.