Träume

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  • Verlag: Suhrkamp
  • 22.09.2008
  • Buch
  • 167 Seiten
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • ISBN: 978-3-518-22433-5
Unter dem Titel Träume werden hier erstmals die zu Lebzeiten publizierten und durch den Nachlaß überlieferten Traumberichte und traumtheoretischen Reflexionen Walter Benjamins in einem eigenen Band versammelt. Damit rückt eine Seite seines Werks in den Blick, die bislang wenig Beachtung gefunden hat, die aber für sein Schreiben und Denken zentrale Bedeutung hatte.
Der erste Teil «Traumaufzeichnungen» enthält in erreichbarer Vollständigkeit und zeitlicher Folge Benjamins Niederschriften eigener Träume, wobei auch unpubliziertes Manuskriptmaterial herangezogen wird. Der zweite Teil «Über das Traumbewußtsein. Erwachen und Traum» enthält seine traumtheoretischen Reflexionen, die von kurzen Aphorismen über größere Darlegungen zur Traumliteratur und zur Geschichtlichkeit des Traums bis zur politischen Konzeption des »Traumkollektivs« und seines Erwachens reichen. Im Nachwort charakterisiert der Herausgeber Benjamins schriftstellerischen Umgang mit den eigenen Träumen und skizziert, in Abhebung von Freuds Traumdeutung und dem Surrealismus, dessen eigenständige und eigenwillige Bestimmung der Traumsphäre.
Es liegt ein Lesebuch vor, das Benjamin sowohl als großen Träumer wie als bedeutenden Theoretiker des Traums präsentiert.
Walter Benjamin wurde am 15. Juli 1892 als erstes von drei Kindern in Berlin geboren und nahm sich 26. September 1940 in Portbou/Spanien das Leben. Benjamins Familie gehörte dem assimilierten Judentum an. Nach dem Abitur 1912 studierte er Philosophie, deutsche Literatur und Psychologie in Freiburg im Breisgau, München und Berlin. 1915 lernte er den fünf Jahre jüngeren Mathematikstudenten Gershom Scholem kennen, mit dem er Zeit seines Lebens befreundet blieb. 1917 heiratete Benjamin Dora Kellner und wurde Vater eines Sohnes, Stefan Rafael (1918 –1972). Die Ehe hielt 13 Jahre. Noch im Jahr der Eheschließung wechselte Benjamin nach Bern, wo er zwei Jahre später mit der Arbeit Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik bei Richard Herbertz promovierte. 1923/24 lernte er in Frankfurt am Main Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer kennen. Der Versuch, sich mit der Arbeit Ursprung des deutschen Trauerspiels an der Frankfurter Universität zu habilitieren, scheiterte. Benjamin wurde nahegelegt, sein Gesuch zurückzuziehen, was er 1925 auch tat. Sein Interesse für den Kommunismus führte Benjamin für mehrere Monate nach Moskau. Zu Beginn der 1930er Jahre verfolgte Benjamin gemeinsam mit Bertolt Brecht publizistische Pläne und arbeitete für den Rundfunk. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten zwang Benjamin, im September 1933 ins Exil zu gehen. Im französischen Nevers wurde Benjamin 1939 für drei Monate mit anderen deutschen Flüchtlingen in einem Sammellager interniert. Im September 1940 unternahm er den vergeblichen Versuch, über die Grenze nach Spanien zu gelangen. Um seiner bevorstehenden Auslieferung an Deutschland zu entgehen, nahm er sich das Leben.