Kritik von Lebensformen

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  • Verlag: Suhrkamp
  • 02.12.2013
  • Buch
  • 451 Seiten
  • kartoniert
  • ISBN: 978-3-518-29587-8
Lassen sich Lebensformen kritisieren? Lässt sich über Lebensformen sagen, sie seien gut, geglückt oder gar rational? Die politische Ordnung des liberalen Rechtsstaats versteht sich als Versuch, das gesellschaftliche Zusammenleben auf eine Weise zu gestalten, die sich zu den unterschiedlichen Lebensformen neutral bzw. "ethisch enthaltsam" verhält. Dadurch werden Fragen nach der Art und Weise, in der wir individuell oder kollektiv unser Leben führen, in den Bereich nicht weiter hinterfragbarer Präferenzen oder als unhintergehbar gedachter Identitätsfragen ausgelagert. Wie über Geschmack lässt sich über Lebensformen dann nicht mehr streiten. Rahel Jaeggi hingegen behauptet: Über Lebensformen lässt sich sehr wohl streiten, und zwar mit Gründen. Lebensformen sind kritisierbar, sie besitzen eine spezifische Rationalität. In Verteidigung dieser These zeigt sie zudem, dass sich die Frage, "wie zu leben sei", nicht so leicht aus Willensbildungsprozessen ausklammern lässt.
Rahel Jaeggi ist Professorin für Praktische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin.